[ schaelpic photokunstbar ]
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2018

15.06.2018:
FILM IST RHYTHMUS
Experimentalfilmabend

FILM IST RHYTHMUS

Experimentalfilmabend in der Kölner schaelpic photokunstbar mit Filmen von Man Ray, Len Lye, Viking Eggeling, Hans Richter und Anna C. Wagner im Rahmen der Finissage der Ausstellung "Fotoscultura / Lichtungen" von Klaus Küster


Termin: 15. Juni 2018 um 19:30 Uhr
Ort: schaelpic photokunstbar im Atelier für Mediengestaltung
Schanzenstr. 27, 51063 Köln, Tel. (02 21) 29 99 69 20


Der abstrakte Film entspricht dem wirklichen Wesen des Films am ehesten.
(Oskar Fischinger)

Anfang der 20er Jahre arbeiteten bildende Künstler wie Hans Richter oder Viking Eggeling an ihren ersten rein abstrakten Filmen. DIAGONAL-SYMPHONIE von Viking Eggeling aus dem Jahre 1924 ist für viele immer noch einer der komplexesten und schönsten der frühen abstrakten Filme. Hans Richter schreibt: "Eggeling orchestrierte und entwickelte Formen, während ich auf Form überhaupt verzichtete und lediglich versuchte, Zeit in verschiedenen Rhythmen zu artikulieren."

Richters erster fertiger Film war RHYTHMUS 21 (1921/23), ein streng komponiertes konstruktivistisches Werk. Weiße Quadrate und Rechtecke bewegen sich rhythmisch vor schwarzem Untergrund (und später umgekehrt), was auch einen verblüffenden räumlichen Effekt bewirkt. RHYTHMUS 21 war auch der erste Film, "in dem das Negativmaterial als Positiv verwendet wurde." (Scheugl/Schmidt jr., Eine Subgeschichte des Films) Es folgte RHYTHMUS 23 von 1923/25, ein faszinierendes "Spiel von Linien und Flächen".

Mit Negativ-Material arbeitete auch der Maler und Fotograf Man Ray. Sein erster vollendeter Film, LE RETOUR À LA RAISON (1923), entstand in nur einer Nacht. Ray streute Salz, Pfefferkörner, Reißnägel u.a. auf unbelichtetes Filmmaterial. Die Objekte erschienen bei der Projektion dann weiß auf schwarzem Grund, wenn man so will: gefilmte Fotogramme.

Auch ein Künstler wie Len Lye stellte in den 30er Jahren in England Filme ohne Kamera her, die sogenannten handmade films, indem er direkt auf die Filmschicht zeichnete oder aber Formen aus der Emulsionsschicht herauskratzte. A COLOUR BOX (1935) und RAINBOW DANCE (1936) zählen zu seinen bekanntesten frühen Werken, die nicht nur ungemein einflussreich waren, sondern auch geradezu unverschämt unterhaltsam.

"Indem sie [die Avantgardefilmer] den Film von der Tyrannei der Story befreien, unterwerfen sie ihn der traditionellen Kunst. In der Tat, sie ziehen die Kunst ins Kino hinein [...]." (Siegfried Kracauer)

Und sie machen mit ihren ebenso konzentrierten wie verspielten, poetischen wie lebendigen Experimenten Lust darauf, selbst einmal etwas auszuprobieren. Und so wird es an diesem Abend vielleicht sogar eine kleine Filmpremiere geben. Man darf gespannt sein ...

Alle Filme werden mit analogen Kinofilm-Projektoren präsentiert. Vor und nach der Filmvorführung laden wir Sie ein, im Rahmen der Finissage Klaus Küsters experimentelle Fotoarbeiten anzusehen.

Pressekontakt: Tobias D. Kern, Telefon: 0221.29996920



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